schwacher mensch

Bist du ein schwacher Mensch? Wirklich?

Die Selbsteinschätzung der Menschen über ihre eigene innere Kraft ist manchmal seltsam. Mir sind viele Personen begegnet, dir mir erzählten, wie fertig sie sind. Mit der Welt, dem Leben und der eigenen Existenz. Sie haben keine Kraft mehr und für Veränderungen ist auch keine Reserven mehr übrig. Zumindest wird das so dargestellt. Auf den ersten Blick scheint es auch so, als sei es ein ganz schwacher Mensch, der vor dir sitzt. In sich zusammengesackt wie ein Häufchen Elend wirkt es optisch absolut so. Dieser Mensch kann keinen Handgriff mehr machen. Und schon gar nicht innere Kraftarbeit oder Anstrengungen. Aber bist du wirklich ein schwacher Mensch?

„Ich kann nicht mehr – ich habe keine Kraft mehr“ oder „Dafür bin ich viel zu schwach, um so was umzusetzen“, sind nur einige Beispielsätze von den Betroffenen. Wenn die Tränen über die Wangen rollen, empfinde ich viel Mitleid. Doch wenn ich die Historie höre, wie dazu geführt hat, erkenne ich noch etwas. Der schwache Mensch scheint so kraftlos, weil seine Kraft und Energie für etwas anderes eingesetzt wurde.

Der schwache Mensch setzte die Lebensenergie anderweitig ein

Es gibt Frauen, die jahrzehntelang viel Kraft aufgewendet haben, um ihren Ehepartner in der Ehe zu halten. Auch wenn dieses Unterfangen sinnlos erschien. Er hatte schon lange eine Geliebte. Letztlich wurde sie zurückgelassen und er ist verschwunden. Aus eigner Kraft einen Schlussstrich zu ziehen, hat diese Ehefrau nicht geschafft. Es fehlte ihr einfach die Kraft! Doch um den eigenen Ehemann zu observieren und zu kontrollieren war viel Engagement und Kraft da! Wie kommt denn das? Wir erkennen, worauf ich hinaus möchte. Die Lebensenergie hatte der schwache Mensch anderweitig eingesetzt als für das eigene Wohl.

Auch der Arbeitnehmer, der jahrlange das Mobbing und die Intrigen seiner Kollegen nicht nur aushält, sondern in den Kampf tritt, zählt dazu. Aufgeben ist keine Option, sagt sich der Arbeitnehmer. Er kämpft und verschleudert unglaublich viel Energie für diese Kinderspielchen, die sein Nervenkostüm strapazieren. Er findet keine Ruhe mehr, schläft schlecht und hat jeden Morgen Angst zur Arbeit zu gehen. Auf die Frage hin, warum der nicht den Job wechselt, antwortet er: „Dazu habe ich keine Kraft mehr. Ich bin viel zu schwach, um das durchzustehen.“

In beiden Fällen reden wir von Beispielen, die in keinem Fall schon „ausgelaugt“ waren, als sie ihre Kraftlosigkeit bekundeten. In beiden Fällen wurde der Kampf um den Ehemann oder um den Arbeitsplatz noch weitergeführt. Selbst als alles schon absolut sinnlos erschien. Die Kraft ist da und zwar jede Menge davon. Doch die Betroffenen sehen das gar nicht, was sie so auf die Beine stellen. Der Arbeitnehmer erkennt nicht, dass er ein Meister des emotionalen Kampfes geworden sind. Die Ehefrau sieht nicht, dass sie inzwischen als Meisterdetektivin arbeiten könnte…

Du bist kein Opfer, du bist kein schwacher Mensch  - du hast die Kraft!

Du bist kein Opfer, was schwach und unfähig ist. Wir sehen anhand der Beispiele, dass die Energie nur für etwas anderes eingesetzt wurde. Für etwas, was dir in deiner persönlichen Entwicklung nicht weiterhilft, sondern dich nur blockiert. Es ist wichtig, dass du erkennst, wie viel Kraft du hast und dass du kein schwacher Mensch bist. Nur der Einsatz deiner Lebensenergie wurde für die falsche Sache investiert.

Die Angst bremst en schwachen Menschen aus und nimmt dir den Mut

Es sind die Ängste, die uns davor bewahren, das augenscheinlich Richtige zu tun. So lange diese Angst noch grösser ist, als das Leid, was du erfährst, wirst du vermutlich so weitermachen. Und irgendwann bist du wirklich so ausgelaugt, dass du auch gar nicht mehr deinen Kampf kämpfen kannst. Weder für die eine Sache noch für dich selbst. Die Angst nimmt dir den Mut eine Kehrtwende einzuläuten. Doch wenn du dich wagst, über diese Schwelle der Angst hinaus zu gehen, wirst du frei sein. Dann bist du kein schwacher Mensch mehr.

Schau genau hin, was es ist, was du festhalten willst!

Wenn du dein Leben anschaust, dann schaue genaue hin! Was ist es, was du festhalten willst? Warum willst du es festhalten? Es gibt immer etwas, was du von dem Gegenüber haben willst. Das ist der einzige Grund, warum du daran festhältst. Erst wenn du erkennst, dass du es nie bekommen wirst, kannst du loslassen.

Und erst wenn du die Bestrebungen aufgibst, das zu bekommen, wirst du frei sein. Denn deine Seele leidet unglaublich unter diesem Zustand. Sie schreit im Inneren und ruft: „Höre auf damit!“. Doch du machst immer weiter und opferst dich selbst. Niemand tut dir an – du tust dir das selbst an. Denn du hast die Wahl, von der du glaubst, dass du sie nicht hast. Befreie dich von diesen Illusionen. Wenn du das durchziehst, wirst du merken, dass du viel Kraft und Energie hast. Und du brauchst keine Sorge zu haben, dass du für den Neuanfang zu schwach bist! Du bist nicht schwach und du bist kein schwacher Mensch!