Die Aufreger – der unnötige spirituelle Ballast!

Aufreger

Wir alle regen uns auf. Der eine mehr, der andere weniger. Und doch entscheidet die jeweilige Lebenssituation, wie sehr wir uns aufregen mögen. In einer richtigen ernsten Lage, wenn wir schwer krank im Bett liegen, wünschen wir uns nur noch gesund zu werden. Und aufregen kann uns dann vielleicht noch eine anstehende unangenehme Behandlung beim Arzt oder eine ausstehende Diagnose. Dass der Müll immer noch im Flur steht und der Partner diesen noch nicht entsorgt hat, ist jetzt kein Aufreger mehr. Doch das wird es wieder – nämlich dann, sobald du wieder gesund bist. Dafür wird jede Menge Lebensenergie verbraten.

Für alle Aufreger, die wir uns eigentlich sparen könnten, geht ein Quäntchen Chi durch den Orbit. Wen wundert es, wenn der ewig emsige Geschäftsmann, der keinen Feierabend kennt, mit fünfzig Jahren seinen ersten Herzinfarkt erleidet? Das könnten die Konsequenzen sein, wenn unachtsam die Ressourcen des Lebens hinausgeworfen werden. Und zwar für etwas, was vermeidbar ist. Ist es das wirklich wert, sich um die Mülltüte im Hausflur aufzuregen? Oder über den Nachbarn, der in Unterhose abends sein Auto umparkt?

Wenn du aufhörst zu denken, bist du wirklich erleuchtet!

Das ist ein weiser Spruch, den man zunächst verstehen lernen muss. Natürlich müssen wir denken, denn wir sind ein intelligentes Säugetier, was Entscheidungen treffen muss. Und das täglich. Ohne zu denken, geht das nicht. Aber sind auch geistiger Natur und auf dieser Ebene können wir schon was tun. Wie schon in meinem Beitrag „Gedankenökonomie“ beschrieben, geht es darum, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Und vielleicht einfach mal fünf gerade sein lassen…

Die Was-wäre-wenn-Theorie!

Und wenn mir jemand voller Sorge berichtet, was demnächst eintreten könnte, antworte ich: „Dann warte ab, bis es eingetreten ist, dann kannst du dich immer noch aufregen“. Meistens tritt dieses Szenario dann gar nicht ein. Also hat man somit einen super Aufreger gespart! Dabei geht es nun wirklich um Dinge, die man sich ausmalt, ohne konkrete Ansätze, dass diese eintreten. Es wäre sonst dumm, wenn man seit einem Jahr weiss, dass das eigene Haus abgerissen wird und am Tag X, wenn der Bagger kommt, sitzt man noch gemütlich in seinem Wohnzimmer. Weiterhin meine ich damit die Dinge, die eigentlich belanglos sind und an denen man sich hochhangelt. So wie die Mülltüte im Flur. Okay, irgendwann muss diese raus in den Container. Aber das ist kein Thema, was den Samstag abendfüllend machen sollte. Es ist eine Nebensache und so sollte es auch gedanklich von dir behandelt werden. Wenn deine Partnerin die Treppe hinunterfällt, sieht die Sache anders aus. Und doch treffe ich viele Menschen, die sich nicht nur ständig und im grossen Umfang über Nebensächlichkeiten aufregen. Die Aufreger werden auch im Stundentakt wiederholt, so, als ob man gar nicht möchte, dass sie in den Hintergrund geraten. Möchten wir wirklich, dass die Welt so funktioniert, wie wir uns das wünschen – nahtlos, ohne kleine Fehler und Macken? Dann frage dich, ob du selbst so funktionierst.

Worte: sind eigentlich Schall und Rauch!

Ebenso sind Worte beispielhaft dafür, was sie anrichten können. Etwas, was jemand sagt, wird kurzerhand interpretiert und sich fürchterlich aufgeregt. Selbst dann, wenn der exakte Wortlaut so nie ausgesprochen wurde. Schaue mal in dein Inneres: ist es wirklich wahr, dass andere Menschen einen so hohen Stellenwert in deinem Leben haben, dass diese Worte eine solche Tragweite bei dir erreichen?

Meistens sind es nämlich die Personen, mit denen du ohnehin keine gute Chemie verbuchen kannst. Der komische Kollege, die zickige Nachbarin oder der Mann vom Amt. Wie kommt es, dass du diese Personen und deren Worte derart auf die Waagschale legst, wo sie in deinen Augen keine nennenswerte Rolle in deinem Leben spielen? Vielleicht ist dein Selbstwertgefühl doch angeknackst, auch wenn du das nicht glauben magst. Oder diese Menschen spiegeln mit ihren Worten etwas, was du selbst ablehnst. Vielleicht weil du in der Vergangenheit genauso warst…

Grundsätzlich sollten wir mal anfangen über unsere Aufreger nachzudenken. Mach doch mal eine Liste, wieviele Aufreger du so in der Woche verbuchen kannst. Und wie lange hältst du dich mit dem banalen Thema auf? Zwei, drei oder vierundzwanzig Stunden? Zeit, die verloren geht, weil deine Aufmerksamkeit nur dorthin gerichtet ist. Und das ist pure Energie, die du in diese Dinge hinein investierst. Eine Investition ins Nichts! Es wäre sinnvoller, in dieser Zeit ein Buch zu lesen. Davon hat am Ende mehr und vielleicht sogar ein bisschen Weisheit gewonnen!

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