Fremdgegangen: beichten?

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Auch wenn du dieses Szenario nie geplant hast und selbst ein Verfechter der Treue bist, ist es passiert. Du bist fremdgegangen! Und nun plagt dich dein Gewissen. Du weisst nicht, was du tun sollst, denn eine Beichte könnte die Folge haben, dass dein Partner dich verlässt. Was ist jetzt richtig und wie handelst du am besten? Welche spirituellen Auswirkungen hat das Ganze auf dich?

Bevor das grosse Grübeln losgeht, solltest du dich einmal innerlich sammeln. Versuche, dich ein wenig zu beruhigen, damit du klare Gedanken fassen kannst. Wenn das Fremdgehen erst vor einigen Stunden passiert ist, lasse dir noch ein bis zwei Tage Zeit, bevor du eine Handlung vollziehst. Das ist wichtig, damit du nicht aus einem Effekt heraus etwas tust, was du später bereust. Treue ist wichtig in der Partnerschaft, wenn beide Partner diese Aspekte sich wünschen.

Vertrauensbruch dagegen ist ein zerstörerisches Modul, was sich nicht so leicht flicken lässt. Zunächst musst du wissen, dass dir niemand auf der Welt sagen kann, was jetzt das Richtige ist. Der Einzige, der das tief im Inneren weiss, bist du. Vielleicht vielmehr auf der unbewussten Ebene als im bewussten Denken. Deshalb ist es wichtig, dass du dieses unbewusste Wissen anzapfst. Das verrät dir, wie du nun am Besten vorgehen kannst.

Die moralische Instanz beim Fremdgehen

Das Gewissen ist eine moralische Instanz, die auch Einflüsse der Erziehung mit sich bringen kann. So etwas tut man nicht, sagten die Eltern, und schon hat sich eine Instanz aufgebaut, nach der du dich richtest. Du kannst aber, wenn du älter wirst, diese Instanz überprüfen und für dich entscheiden, ob sie noch gültig ist. Vielleicht sagst du dir, dass das nur eine Meinung der Eltern war, aber du betrachtest die Sache anders. Dann werden Werte verändert und damit auch die moralische Instanz. Das Gewissen ist also nicht immer der Heilige Gral, wenn es darum geht, kluge Entscheidungen zu treffen. Deshalb müssen bei der Frage, ob eine Beichte erfolgt oder nicht, einige Fragen von dir beantwortet werden.

  1. Möchte ich beichten, um mein schweres Gewissen zu erleichtern?

Einige Menschen quälen sich damit, dieses schlechte Gewissen überhaupt zu haben. Und sie wissen, dass es weggeht, wenn man den Vertrauensbruch beichtet. Das wäre Methode, die man machen kann, aber sie ist nicht aufrichtig. Denn in erster Linie geht es hier um dich, weil du die Last loswerden willst.

  1. Du möchtest den Partner schützen und verschweigst den Vertrauensbruch

Dass kann tatsächlich in einigen Fällen eine gute Wahl sein, so vorzugehen. Sie setzt aber voraus, dass du dir der Liebe zu deinem Partner sicher bist. Was auch immer dich getrieben hat bei diesem Vertrauensbruch – es darf nichts mit der Partnerschaft zu tun haben. Denn dann lügst dir in eigene Tasche. Nur zu edel wäre es, zu sagen, dass man den Partner vor allzu grossen emotionalen Erschütterungen bewahren möchte..)) Innerlich musst du deshalb auch die Bereitschaft besitzen, zu beichten. Wenn das gegeben ist, wäre es denkbar, mit Verschweigen den Partner zu schützen. Vor allem, wenn dieser emotional instabil ist oder gar mit psychischen Problemen zu kämpfen hat. Bei dieser Variante ist es wirklich wichtig, sich nicht selbst zu belügen. Wer anfängt, darüber nachzudenken, wieviel Instabilität der Partner auf der emotionalen Ebene besitzt, sucht einen Grund, um nicht zu beichten.

  1. Du kannst damit nicht umgehen und quälst dich…

Wenn du an dieser Stelle bist, dass du nicht mehr schlafen kannst und Herzrasen hast, ist es empfehlenswert, den Vertrauensbruch zu beichten. Denn alles in dir wehrt dich dagegen, dass du das Fremdgehen verschweigst. Tue dir und deiner Seele etwas Gutes und wage dich. Auch wenn damit vielleicht Konsequenzen einhergehen. Diese musst du in Kauf nehmen, deinem Seelenfrieden zuliebe.

Wie beichtet man einen Vertrauensbruch?

Zunächst ist es wichtig, dass du darüber nachdenkst, wie es dazu kommen konnte. Was fehlt dir im Leben? Was fehlt dir von äusseren Einflüssen? Was fehlt dir im Inneren? Was hast du gesucht? Gehe in die Analyse, um zu erkennen, was dich getrieben hat. Aufmerksamkeit, Beachtung, Selbstwert, Lust oder Neugierde? Was war es? Denn du solltest schon eine ausgefeilte Erklärung parat haben, wenn du beichtest, damit dein Partner dich versteht.

Wie gehe ich damit um, wenn ich den Vertrauensbruch verschweige?

Mit dieser Entscheidung musst du dich wohlfühlen, wenn du so vorgehst. Das heisst nicht, den Treuebruch als unrelevant darzustellen, aber im Inneren muss alles mit der Entscheidung konform gehen. Es muss sich richtig anfühlen!

Zum Beichten ist es nie zu spät!

Es kann sein, dass du dich für das Verschweigen entscheidest. In den folgenden Wochen und Monaten merkst du aber, dass dich das Thema nicht loslässt. War deine Entscheidung wirklich richtig? Wenn du glaubst, falsch gehandelt zu haben, kannst du immer noch beichten. Denn für das Beichten gibt es kein zeitliches Limit. Aber du wirst es vermutlich begründen müssen, warum du erst jetzt mit diesen Fakten um die Ecke kommst. Erkläre es deinem Partner ganz genau, damit er die Sachlage versteht.

Karmische Auswirkungen

Wenn deine Entscheidung, egal wie sie ausfallen mag, unaufrichtig, nicht ehrlich und nur zu deinen Gunsten gefällt wurde, kann das einen karmischen Aspekt erzeugen. Ob du diesen Karma Aspekt in diesem oder erst im nächsten Leben spüren wirst, bleibt dahingestellt. Häufig treten dann Ereignisse auf, die dich an die Sache erinnern. Vielleicht wirst du selbst betrogen und musst fühlen, wie das ist und was es mit einem macht. Das ist dann ein Lerneffekt, den du erlebst und der dafür sorgen soll, dass du künftig anders vorgehst.