Warum soll der Hellseher kein Geld für seine Arbeit nehmen?

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Immer wieder lese oder höre ich Phrasen darüber, dass Esoteriker und spirituelle Berater für ihre Arbeit kein Geld nehmen sollen. Besonders wird dies von Hellsehern, Wahrsagern oder Heilern abverlangt. Doch woher kommt diese Aussage und warum glauben das die Menschen? Sollen spirituelle Berater oder Hellseher kein Geld nehmen für ihre Leistung?

Spirituelle Berater oder Hellseher im Auftrag des Universums unterwegs?

Wenn ich mit Leuten darüber spreche, die diese Aussage machen, verstummen die meisten. Einige behaupten, dass spirituelle Berater oder Hellseher im Dienst des Universums stehen. Und wer mit dem Universum arbeitet, nimmt kein Geld. Andere meinen, dass die Arbeit als Hellseher oder Wahrsager schon beinahe göttlicher Natur ist und somit kostenfrei sein soll. Sozusagen im Auftrag von Gott wird der spirituelle Berater dazu verpflichtet, den Menschen zu helfen.

Helfende und beratende Berufe

Nun, wenn wir uns einen Arzt anschauen, hilft dieser auch den Menschen. Und der Rettungssanitäter kann dafür sorgen, dass du nicht ins Jenseits gehst. Auch diese Personen nehmen Geld für ihre Leistung. Manche fühlen sich gewiss auch von Gott berufen, diesen Job auszuüben. Pflegekräfte, Psychologen, Lebensberater, Pfarrer, Hypnotiseure und Heilpraktiker nehmen alle Geld für ihre Leistung. Und sie alle helfen den Menschen nicht nur körperlich, sondern auch mental. Niemand zweifelt daran, dass diese Berufsgruppen Geld nehmen müssen für ihre Arbeit.

Die Mär, dass Spiritualität und Geld nicht miteinander harmoniert

Doch beim spirituellen Berater, Hellseher oder Heiler sieht das anders aus. Warum? Irgendwann entstand die Idee, dass Spiritualität und Geld nicht zusammenpassen. Geld verdirbt den Menschen und fördert das Ego, sagt man. Demzufolge hat der spirituelle Dienstleister sich von dem Materiellem abgekoppelt. So die These. Der Pfarrer arbeitet jedenfalls nicht kostenfrei. Und dieser ist ein spiritueller Dienstleister.

Auch spirituelle Berater oder Hellseher müssen den Alltag meistern

Dumm nur, dass auch der spirituelle Berater, Hellseher oder Heiler ein Alltagsleben hat. Und es gibt Bedürfnisse, die erfüllt werden möchten. Dazu zählen Essen, Trinken, dein Dach über den Kopf und andere Dinge, die für alle anderen Menschen normal sind. Wer diese Grundbedürfnisse befriedigen will, muss diese bezahlen. Wer das nicht kann, leidet unter dem Zustand. Und darunter leidet auch die Seele.

Nicht umsonst gibt es eine Studie, die besagt, dass arme Menschen häufiger an psychosomatischen Problemen leiden als besser gestellte. Warum sollte sich also der spirituelle Berater, Hellseher oder Heiler ein Seelenleid zufügen? Denn das wäre so, wenn der spirituelle Berater oder Hellseher kein Geld nimmt für seine Leistung. Dann wäre er wirklich dumm.

Warum soll der Hellseher kein Geld nehmen? Spiritualität und Geld widerspricht sich nicht..

Spiritualität und Geld widerspricht sich nicht! Das ist ein Märchen, welches sich verselbstständigt hat. Wir müssen dahinter blicken, was damit wirklich gemeint ist, wenn wir diese These verstehen wollen. In der Spiritualität geht es darum, Seele und Ego in Einklang zu bringen. Also einen Ausgleich der Kräfte herzustellen. Wer zu sehr in der materialistischen Welt lebt, könnte diesen Ausgleich gefährden. Wer Geld als das Wichtigste in seinem Leben betrachtet, könnte andere mitmenschliche Attribute vergessen. In dem Fall sind Seele und Ego nicht mehr im Gleichgewicht. Doch wer Geld für seine Arbeit nimmt, ist noch weit davon entfernt, rein materialistisch ausgerichtet zu leben.

Der Auftrag von der göttlichen Quelle

Auch die These des Auftrages von einer göttlichen Quelle rechtfertigt nicht eine kostenlose Leistung von einem spirituellen Berater. Warum auch? Diese göttliche Quelle hat gewiss den Wunsch, dass es uns allen gut geht. Und somit auch dem spirituellen Berater. Wir leben nun mal in einer Welt, in der Geld existiert. Und mit Geld können wir die Bedürfnisse befriedigen. Es gehört zu unserem Leben. Vielleicht sollten wir Sprüche oder Phrasen, die wir irgendwo lesen oder aufschnappen, besser untersuchen. Wenn wir das tun, können wir uns eine eigene Meinung bilden.