Interview mit einem „Alien“

Horoskope

Gestatten, ich bin ein Alien! Natürlich bin ich hoch intelligent und geprägt von einer tiefen Weisheit. Man hat mich gefragt, was ich von dem Homo sapiens halte. Diese Menschen haben offenbar viele Fragen und ich bin gewillt, diese zu beantworten.

Für mich ist der Homo sapiens eine äusserst primitive Spezies und irgendwie langweilen sie mich ungemein. Alles, was sie tun, ist vorhersehbar und diese Tatsache wirkt ermüdend. Trotzdem haben diese Menschen etwas an sich, worüber ich schmunzeln kann. Sie glauben doch tatsächlich, dass sie hoch intelligent seien! Dabei haben sie nur einen Bruchteil des Universums bisher erkundet und wissen so gut wie nichts. In albernen Blechkisten versuchen sie sich in die Lüfte zu erheben und verwenden dabei eine Antriebsmethode, die ihre eigene Umwelt verschmutzt. Bisher haben sie es nur bis zum Mond geschafft, was als Meilenstein gefeiert wurde.

Zugegeben: es gibt noch primitivere Existenzen als den Homo Sapiens, die keine Raumschiffe bauen können. Doch die Arroganz, Überheblichkeit und Dummheit des Menschen ist wahrlich einzigartig.
Mit ihrer selbst ernannten Intelligenz bringen sie wahre Wunder zutage. Sie töten sie sich gegenseitig und veranstalten sogenannte Kriege. Dabei geht es um Besitzansprüche von Ländern. Manchmal wird so ein Krieg einfach nur begonnen, weil andere Menschen einen anderen Glauben pflegen. Haben sie erst einmal alles zerstört, bauen sie es sofort wieder auf. Bis der nächste Krieg kommt und alles wieder zugrunde richtet. Dieses Vorgehen wiederholt sich immer wieder. Dabei rüsten sie ihre Waffen auf und manchmal bauen sie diese Waffen auch ab, weil sie über den Frieden nachdenken. Doch schon einige Jahre später wird die Idee verworfen und wieder aufgerüstet. Der Gedanke, dass Kriege nur von einer Spezies mit beschränktem Intellekt durchgeführt werden, kommt dem Homo sapiens nicht in den Sinn.
Der Homo sapiens zerstört sich und seine Welt

Doch es geht noch schlimmer, denn der grösste Fehler des Menschen liegt darin, dass er sich wie eine Krebszelle verhält. Eine Krebszelle, die wuchert, zerstört am Ende den eigenen Wirt: den Menschen. Somit sterben auch die Krebszellen. Klug ist das gewiss nicht. Und der Homo sapiens verhält sich genauso. Er zerstört den Planeten Erde und damit seinen eigenen Wirt, von dem er lebt. Er verseucht die Luft und das Wasser und sorgt dafür, dass sich das Klima verändert. Wären diese Menschen wirklich intelligent, würden sie wissen, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis sie sterben. Immerhin ist ihnen klar, dass sich mit einem Klimawandel Probleme ankündigen. Und doch ändern sie es nicht ernsthaft. Der Homo sapiens ist ein gemütlicher Geselle und wartet gerne solange, bis das Worst Case Szenario eingetreten ist.

Das, was sie gut können, ist die Fortpflanzung. Vielleicht vergessen sie dabei, dass ihr Planet nur beschränkte Ressourcen hat, um alle zu ernähren. Der Homo sapiens ist sich bewusst darüber, dass die Erdbevölkerung ständig steigt. Und doch hat er keinen Plan an der Hand, wie die steigende Zahl an Erdbewohnern langfristig versorgt werden soll. Es ist noch ein weiter Weg für die Menschen, bis sie in der Lage sind andere Planeten zu bevölkern.

Ich sehe, dass die Menschheit viele Probleme hat und noch vor gewaltigen Aufgaben steht. Sie haben sich in etwas hineingeritten und kommen jetzt nicht mehr aus dem selbst verursachten Chaos heraus. Dabei waren sie so glücklich mit dem Beginn der Industrialisierung. Elektrizität und Technik erleichterte den Alltag und brachte zunächst eine scheinbare sorgenfreie Zeit mit sich. Sie haben sich an die Annehmlichkeiten gewöhnt und sind jetzt nicht mehr gewillt, diese wieder abzugeben. Heute können sie es auch nicht mehr, weil die steigende Zahl der Erdbewohner nur mit fortschrittlichen Methoden der Versorgung noch zu bewältigen ist. Der Homo sapiens hat sich selbst in eine Zwangslage gebracht und opfert dafür die Natur.

Ängste und Gefühle stehen der Vernunft im Wege

Warum verhält sich der Homo sapiens so? Vermutlich liegt es daran, dass die Menschen diese seltsamen Attribute wie Hass, Rache, Neid, Gier, Missgunst, Macht und Angst besitzen. Ängste sind ohnehin ein grosses Thema bei den Menschen. Und diese Ängste sorgen dafür, dass sie nicht rational und vernünftig handeln, obwohl ihr Geist dazu in der Lage wäre. Einige Randgruppen gibt es immer wieder mal, die auf die Missstände aufmerksam macht. Doch eine globale Übereinkunft haben sie bis heute nicht gefunden. Kein anderes Lebewesen, was den Planeten Erde bisher bevölkerte, hat so viel Unheil angerichtet wie der Homo sapiens.

Ihre Ängste hingegen werden reichlich gepflegt. Sie haben Angst vor Seuchen, dem Weltuntergang, einen Kometeneinschlag, der Sonneneruption oder auch vor mir, dem Alien. Sie beobachten den Weltraum und suchen nach ausserirdischen Lebensformen. Sonden werden losgeschickt, um das All zu erkunden und um eine „zweite Erde“ zu finden. Ich hoffe nicht, dass sie diesen finden. Man muss kein Hellseher sein oder spirituelle Vorhersagen treffen, um zu wissen, wie das Szenario ausgeht. Denn dann, beginnt das ganze Spiel von vorne und der nächste Planet wird zerstört. Dabei sieht die Erde so vollendet schön aus, wenn ich sie aus dem All betrachte. Die Frage ist nur, wie lange dieser Planet noch existiert in dieser Form.

Manche dieser Menschen glauben, dass wir Aliens kommen und ihnen neue technische Weisheiten übermitteln. Gewiss werden wir das nicht tun. Solange der geistige Horizont des Menschen nicht ausgereift ist, wäre das nur ein weiteres Hilfsmittel, mit dem sie Planeten zerstören können. Und im Geheimen schmieden sie Pläne, was sie tun können, wenn wir Aliens sie überfallen. Doch diesen Aufwand können sie sich sparen. Der Planet Erde ist für uns nicht interessant und wir führen weder Kriege noch löschen wir eine Spezies aus. Wir sind im Gegensatz zu euch Homo sapiens nämlich wirklich intelligent. Auch wenn wir nur bedingt Gefühle besitzen, ist es interessant euch zuzusehen. Wir Aliens beobachten euch so, als wenn wir einen Film anschauen. Ob es nur ein Kurzfilm sein wird oder ob noch eine überraschende Wendung in der Dramatik eintritt, bleibt euch überlassen.