Wenn der emotionale Schmerz der Trauer nicht vergeht

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Wer um einen lieben Angehörigen trauert, ist an einem absoluten Tiefpunkt angelangt. In aller Regel schaffen wir es, über kurz oder lang wieder zurück in den Alltag zu finden. Doch was ist, wenn der emotionale Schmerz der Trauer nicht mehr vergeht?

Es gibt von diesen Fällen mehr, als man zu glauben vermag. Menschen, die es nicht mehr schaffen, aus der Trauerphase heraus zu kommen. Selbst viele Jahre nach dem Verlust ist die Trauer beinahe genauso stark präsent wie am Todestag. In aller Regel nimmt der Schmerz der Trauer mit der Zeit immer ein wenig mehr ab. Bei tragischen Fällen, wie der Verlust eines Kindes, wird diese Trauer nie richtig vergehen. Aber die meisten Betroffenen sind irgendwann in der Lage, ihrem Tagwerk nachzugehen. Doch einigen Menschen gelingt die Rückkehr von der ewigen Trauer zu einer Form von Alltag nicht.

Was sind die Gründe, warum die Trauer nicht vergeht?

Die Ursachen sind vielfältig. Eine extreme Bindung zu dem Verstorbenen ist einer der häufigsten Gründe. Personen, die ansonsten wenige soziale Kontakte pflegen, sind davon stark betroffen. Klassischerweise dient hier das erwachsene Kind, was bei Mutter oder Vater lebt, als Beispiel. Vielleicht hat eine Abnabelung auch nie richtig stattgefunden. Du hast nicht gelernt, dein Leben selbst in die Hand zu nehmen? Wenn deine Mutter oder dein Vater dann stirbt, bricht dir nicht nur der Boden unter den Füssen zusammen. Alles, was dir Halt in diesem Leben bedeutet hat, ist plötzlich weg.

Die Möglichkeit, Kraft aus dem deinem Inneren zu ziehen, ergibt sich nicht. Denn du hast das nie gelernt. Kraft gab dir stets das Elternteil, was jetzt nicht mehr da ist. Das Gleiche gilt auch für deine Freizeitgestaltung, die immer im Kontext mit dem Elternteil stattgefunden hat. Nun bist du alleine und der Tag erscheint dir unendlich lang. Auch Feiertage machen dir Angst. Dein Job ist jetzt die Anlaufstelle, wo du dich gerne aufhältst. So vergeht die Zeit und du musst über nichts nachdenken. Aber wenn du alleine bist, wirst du dir stets der grossen Lücke bewusst. Es ist so ähnlich, als wenn du in einem Raum sitzt, deren Wände und der Boden weggenommen worden sind.

Lebt die Seele des Verstorbenen irgendwo weiter?

Nicht nur die Auseinandersetzung mit sich selbst ist ein Thema. Auch Fragen tauchen auf, die dir zunächst niemand beantworten kann. Lebt die Seele irgendwo weiter? Oder kann ich sogar mit dieser verstorbenen Seele Kontakt aufnehmen? Geht es dieser Seele gut? Über die Sorgen des eigenen Lebens hinaus tauchen noch die auf, die diese verstorbenen Menschen betreffen. Jeder wünscht sich, egal wo diese Seele jetzt ist, dass es ihr gut geht.

Wie geht Trauerbewältigung?

Die Trauerbewältigung ist keine Sache von zwei Wochen. Denn sie verlangt von dir nicht nur dass du loslässt, sondern auch dich selbst dabei wiederfindest. Der Aufbau von sozialen Kontakten kann dabei ungeheuer wichtig sein. Aber alles geht nur Schritt für Schritt vorwärts. Also gehe langsam und behutsam auf dieses Thema ein.

Manchen Menschen hat auch die Anschaffung eines Haustieres geholfen, einen neuen Lebenssinn zu entdecken. Ein Haustier verlangt von dir eine Struktur, die du ihm gibst. So wie ein Hund raus muss oder die Katze darauf wartet, dass du ihre Toilette sauber machst. Diese neuen Strukturen können ein wichtiger Ansatz sein, dein Leben neu zu sortieren. Aber auch Selbsthilfegruppen sind eine Möglichkeit, um sich auszutauschen. Das sind Personen, die dich verstehen, weil sie Ähnliches erlebt haben.

Doch das bewusste Denken und Reflektieren ist eine Maßnahme, die dringend nötig ist. Versuche, das Leben aus mehreren Perspektiven zu erkennen. Das bedeutet, dass es wichtig ist, nicht alles als traurig und sinnlos zu betrachten. Eine Blume am Wegesrand, die gerade ihre Blüte entfaltet, kann deine Aufmerksamkeit erregen. Schau hin, wie schön diese Natur ist. Erkenne, dass es ein Segen ist, so etwas zu sehen und zu erleben. Wer stets denkt: Das gibt mir gar nichts!, verliert sich und bleibt in der Traurigkeit. Selbst wenn du dieses Naturglück nicht direkt fühlen kannst, ist es wichtig, diese Gedanken zu verfolgen.

Bei all dem emotionalen Schmerz der Trauer vergessen viele Betroffene, dass es im Umfeld Menschen gibt, denen du wichtig bist. Doch du siehst sie jetzt nicht als wichtig an, weil dir das Liebste genommen wurde. So kann man selbst in eine Falle geraten. Wenn du nicht mehr wahrnimmst, dass es Freunde gibt, werden sich diese irgendwann auch zurückziehen. Im Laufe der Zeit stehst du dann tatsächlich völlig alleine da, weil dein Fokus nur auf deine Trauer gerichtet war.

Doch Freunde können neue Inspirationen für eine Trauerbewältigung geben für dein Leben. Und wenn du nachdenkst, weisst du, dass sich der Verstorbene das bestimmt gewünscht hätte für dich. Die Fragen nach der verstorbenen Seele und wo sich diese jetzt aufhält, kann dir möglicherweise ein spirituelles Medium beantworten. Diese führen Jenseitskontakte durch und sind Vermittler von Botschaften zwischen Diesseits und Jenseits. Vielleicht bringt dir eine solche Sitzung etwas, sodass du mehr Frieden und Zuversicht für die Zukunft erhalten kannst. Alternativ kannst du aber auch eine spirituelle Lebensberatung in Anspruch nehmen.