Wenn dein Sohn die Fliegen tot klatscht, sprich mit ihm

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Macht sich dein Kind einen Spass daraus, die Fliegen im Haus tot zu klatschen? Vielleicht ist das noch kein Drama. Doch es macht Sinn, seinem Kind Werte auf den Weg zu geben. Dazu zählt auch das Bewusstsein dafür, dass man respektvoll mit Lebewesen umgeht. Wenn dein Sohn die Fliegen tot klatscht aus Spass, wäre ein Gespräch angebracht.

Kinder denken nicht darüber nach, was sie tun

Als ich ein kleines Kind war, habe ich mir keine Gedanken darüber gemacht, was Bewusstsein bedeutet. Vielleicht dachte ich auch, dass die kleinen Tiere keinen besonderen Stellenwert auf diesem Planeten haben. Als Kleinkind habe ich viele Dummheiten getan. Ich habe Wasserschnecken ausgetrocknet.

Es war nur eine Neugierde, die mich trieb. Die Idee, dass ich ein Lebewesen umgebracht habe, kam mir so deutlich nicht in den Sinn. Doch ich habe das nicht häufig gemacht und irgendwann davon abgelassen. Es könnte sein, dass mir irgendein Gewissen hinterherlief. Allerdings wusste ich nicht, was dieses mir sagen will. Vielmehr war es ein Gefühl, was mir sagte, diese Aktionen künftig bleiben zu lassen und sich anderen Dingen zu widmen.

Doch als Kind ist man etwas rabiater unterwegs. Da tritt man schon mal auf eine Spinne, weil man diese Tiere nicht mag. Nicht unbedingt aus dem Grund, es töten zu wollen. Die Sorge, dass mir die Spinne hinterherlief und in meine Stiefel krabbelte, war wohl grösser. Demzufolge habe ich das Tier „laufunfähig“ gemacht. Doch mir fehlte nicht die Empathie, sondern das Verständnis dafür, was ich da anrichtete.

Kinder sind grausam, sagte man landläufig und dieser Spruch stimmt. Man prügelt aufeinander ein, man mobbt fröhlich vor sich her, ohne an Konsequenzen zu denken. Und wenn das eigene Kind aus Langweile die Stubenfliegen tötet, ist das ebenfalls eine Tat ohne bewusstes Nachdenken.

Wenn dein Sohn die Fliegen tot klatscht, dann sprich mit ihm!

Als ich meine Freundin besuchte, beobachtete ich, wie ihr kleiner Sohn die Fliegen tot klatschte. Er hatte sichtlichen Spass dabei und war stolz darauf, wenn er wieder eine erwischte. Das konnte ich nicht kommentarlos stehenlassen. Ich habe ihn gefragt, ob er wüsste, was er gerade macht. Er zuckte nur mit den Schultern. Ich erklärte ihm, dass er in diesem Moment Tier umbringt, einfach so, ohne Grund. Er riss die Augen auf. Für ihn klangen meine Worte ziemlich hart. Umbringen? Ist das wirklich so?

Ich führte aus, dass die Stubenfliege ein Lebewesen ist, eine Existenz, die häufig nur einen Tag lebt und dann stirbt. Er ist es, der dafür verantwortlich ist, dass der Fliege schon vorher der Prozess gemacht wird. Wie wäre es, wenn über dir ein grosser Fuss auftaucht, der einfach auf dich auftritt? fragte ich ihn.

Langsam verstand der junge Mann, was ich ihm sagen wollte. Jeder hat ein Recht auf Leben. Jedes Lebewesen will nur ihr Leben behalten, genauso wie wir Menschen. Wir haben nicht das Recht, uns über das Leben eines kleinen Tieres zu stellen.

Die Fliege schreit nicht vor Schmerz oder zittert auch nicht vor Angst, sodass wir das wahrnehmen können. Es ist so ähnlich wie mit meinen Wasserschnecken. Auch diese schrien nicht, weil ihnen das Wasser fehlte. Wenn es so gewesen wäre, hätte ich die Tiere sofort wieder ins Wasser gesetzt. Wir erkennen nicht das Leid des kleinen Tieres, welchem wir Leid zufügen. Und doch ist es so, dass wir ein Lebewesen umbringen.

Eltern sollten das Bewusstsein für Lebewesen vermitteln

Eltern sollten ihren Kindern dieses Bewusstsein vermitteln. Niemand muss ein Tier töten. Wir können ein Glas nehmen, es über die Spinne stülpen und ein Blatt Papier vor die Glasöffnung schieben. Dann kannst du das Tier im Glas nach draussen bringen und es aussetzen. Zumindest hat das Tier eine Chance, dass es weiterleben kann. Nur weil wir Menschen am Ende der Nahrungskette stehen, bedeutet dass nicht, dass wir wie Wilde alles und jeden töten können.

Bedenke, dass dein Karma schon hinter der Türe steht und gerade dabei ist, einen karmischen Aspekt für dich zu klöppeln.

Heute trockne ich weder Schnecken aus, noch trete ich Spinnen tot. Ich bringe jedes Tier, egal wie klein das Tier ist, mit einem Glas nach draussen. Ich vergifte auch keine Mäuse, sondern stelle Lebendfallen auf. Es war gewiss mühselig, als ich eine Ameisenstrasse zu Besuch hatte. Mein Kosmetikpinsel wurde arg strapaziert, als ich sie alle in ein Glas fegte und aussetzte. Aber am Ende war ich zufrieden mit mir mit meiner Handlung.