Wahrsagen und Hellsehen: zwischen Klischee und Lebensberatung

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Das Wahrsagen und Hellsehen ist häufig klischeebesetzt und hat im Allgemeinen eher einen schlechten Ruf. Von Humbug und Scharlatane ist langläufig die Rede. Doch ist es wirklich so einfach, diese Form der Zukunftsdeutung mal rasch zu verurteilen? Um sich ein eigenes Bild zu machen, muss man einige Dinge verstehen.

Hier ist zunächst die Begrifflichkeit verwirrend: Wahrsagen, also etwas wahres sagen und Hellsehen, also etwas wahrnehmen, was andere nicht sehen. Aus meiner Perspektive empfinde ich die Begriffe als unpassend. Aber viele Menschen kennen sie und deshalb benutzen auch viele spirituelle Berater diese Begriffe. In der Realität sieht das aber anders aus. Wenn ein Wahrsager sich selbstständig macht, firmiert er in aller Regel nicht unter der Berufsbezeichnung Wahrsager, sondern unter Lebensberatung bzw. Lebensberater. Und das hat einen einfachen Grund: niemand kann dir exakt und detailliert sagen, was in deiner Zukunft passiert. Sozusagen als fixe Wahrheit. Man kann Schwingungen, Kräfte und Energien analysieren, die vielleicht auftreten werden und ihre Wirkung verbreiten. Doch am Ende hat es der Mensch selbst in der Hand, wie er damit umgeht oder nicht. Der freie Wille ist das Werkzeug dazu. Das bedeutet, dass auch der Klient, der einen Rat beim Wahrsager oder Hellseher in Anspruch nimmt, eine Eigenverantwortung hat.

Die Fantasie und der Wunschgedanke

Und auch der Hellseher hat ähnliche Probleme. Ihm werden Kräfte zugeschrieben, die manchmal einfach hinzugedacht werden, als dass der Hellseher diese selbst propagandiert. Hier spielen auch der Wunschgedanke eine Rolle. Einige Menschen glauben oder wünschen sich, dass der Hellseher alles, aber auch alles über seinen Klienten weiss. Sie sind dann enttäuscht, wenn sie nach ihrem Namen gefragt werden. Wir sehen, dass viele Dinge in unserer Fantasie stattfinden und das gilt auch für das Spektrum des sprituell-esoterischen Sehens. Der Hellseher selbst hat nie behauptet, dass er die Namen aller Klienten kennt, sobald diese im Türrahmen stehen oder er am Telefon dessen Stimme hört. Und doch wird dieser sofort verurteilt, wenn die eigene Fantasie nicht wahr wird.

Vielleicht sollten wir alle etwas gelassener mit dem Thema umgehen. Wenn der Klient sich stets vor Augen hält, dass er eine Form der Lebensberatung erhält und sozusagen eine zweite Meinung hört, kann man lockerer mit der Sache umgehen. Am Ende des Tages hast du dir nur eine Information eingeholt, die du zu den anderen Aspekten, die bereits existieren, hinzugefügt werden können oder nicht.

Werkzeuge des Wahrsagers

Wahrsager, im allgemeinen, benutzen Hilfsmittel, um die Zukunft zu deuten. Wahrsagen ist prinzipiell dann ein Oberbegriff für den Kartenleger, den Astrologen oder Traumdeuter. Diese Techniken können sich erlernen lassen und bedürfen keiner bestimmten Gabe.

Werkzeuge des Hellsehers

Es scheint Menschen zu geben, die durch Visionen Informationen erhalten. Das wäre die Form des hellen Sehens, so wie man auch das Wort versteht. Häufig aber sind es spirituelle Medien, wie das Channelmedium, welches Kontakt aufnimmt zu deiner Seele oder anderen Energieformen. Von dort kommen dann die gewünschten Informationen. Aber auch Hellseher greifen teilweise auf ergänzende Werkzeuge wie auch das Kartenlegen zurück. Das ist völlig unterschiedlich und lässt sich nicht verallgemeinern.