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Der Schutzengel – das Berufsbild

Schon zu Lebzeiten hattest du ein ausgeprĂ€gtes Helfersyndrom und dein sechster Sinn war scharf wie ein Rasiermesser? Sehr gut, denn dann ist der Job als Schutzengel vielleicht ideal fĂŒr dich. Zudem ist es fĂŒr dein spirituelles Fortkommen ein Sprungbrett.

Schutzengel ein Job mit Aufstiegsmöglichkeiten!

Mögliche Aufstiegsszenarien fĂŒr einen Schutzengel: Erzengel oder sogar ein Thron oder FĂŒrstenstamm. Ganz klar ist der Fakt, dass man dazu tot sein muss, um diesen Job anzutreten. Wenn du im irdischen Leben schon einen Beruf im sozialen Umfeld, in der Pflege oder der Psychologie ausgeĂŒbt hast, wird du leicht an diesen Job kommen.

Der Schutzengel sollte sein Karmakonto dementsprechend gepflegt, lĂŒckenlos und ansprechend ausweisen können. Denn das Karmakonto ist das Zeugnis deines Lebens. Ein lĂŒckenloses Karmakonto besagt, dass du dich in keinem Leben vor der Karma Aufgabe gedrĂŒckt hast. Allerhöchstens hast du was ĂŒbersehen, aber dann war das ein FlĂŒchtigkeitsfehler, aber nicht deine bewusste Absicht.

Himmlische BeschĂŒtzer fĂŒr die Welt - das Casting

Zur Bewerbung geht es geradewegs ins Jenseits und hier sind manchmal die Erzengel oder Throne die Personalchefs. Dein Arbeitgeber, der Schöpfer selbst, wird wohl kaum beim BewerbungsgesprÀch dabei sein.

Es kann sein, dass zunÀchst eine Arbeitsprobe abverlangt wird und du einen Test durchlaufen musst, damit du angenommen wirst. Aber diese sind nicht wirklich schwierig. Meistens handelt es sich um eine virtuelle Szene, die dir gezeigt wird. Diese Szene wird dir gezeigt, Àhnlich wie in einem Simulator.

Das kann eine Sache sein mit einem Menschen, die so aber nicht stattfinden soll. Du musst dafĂŒr sorgen, dass dieser Mensch das Ereignis ĂŒberlebt. Egal wie: der Tod des Menschen muss verhindert werden. Das bedeutet: KreativitĂ€t und Ideenreichtum ist von Nöten, wenn du Schutzengel werden willst. Ein gutes GespĂŒr fĂŒr dreidimensionale Szenen und spontane LösungsansĂ€tze finden, wĂ€ren optimal, wenn du diesen Job machen willst.

Der kosmische Begleiter fĂŒr die eigenen Angehörigen sein

Hast du diesen Test bestanden, werden dir menschliche lebende Seelen zugeteilt, fĂŒr die du verantwortlich bist. Wenn du Interesse daran hast, einen lebenden Angehörigen zu beschĂŒtzen, so dĂŒrfte unter UmstĂ€nden auch das möglich sein. Die meisten Bewerber, die Schutzengel werden wollen, machen diesen Job nur aus diesem Grund.

Sie wollen den lieben Hinterbliebenen beschĂŒtzen und in seiner NĂ€he sein. Doch auch andere Seelen verlangen von dir die Aufmerksamkeit. Das kann manchmal zum Spagat ausarten, aber es ist dein Job. Schliesslich wird dein Angehöriger sich nicht jeden Tag in seiner lebensbedrohlichen Situation befinden. Der Schutzengel muss also PrioritĂ€ten setzen.

Der Engel flĂŒstert dir etwas zu um dich zu beschĂŒtzen

Prinzipiell fĂ€ngt deine Arbeit viel frĂŒher an als an der Stelle, wo das Unheil schon im Gange ist. Du versuchst schon vorher, den Menschen auf andere Gedanken zu bringen.

Zu deinem Klientenstamm gehört auch Kevin. Er rast gerne mit dem Auto und ist ein hitziger Typ, der spontan ist und selten ruhige Momente hat. Heute wird er mit dem Wagen die Strecke fahren, wie er sie immer fÀhrt. Und auf dieser Strasse wird ein Unfall passieren. Dieser ist zwar nicht tödlich, aber auch nicht vorgesehen in seinem Lebensplan. Das Ereignis muss verhindert werden, wenn es eben geht.

Du weisst, dass Kevin an der Kreuzung stehen wird und die Möglichkeit hÀtte, nach links abzubiegen, um nach Hause zu kommen. RegulÀr nimmt er die Strecke, bei der er rechts abbiegt und auf der dieser Unfall geschehen wird.

Dass das ein harter Fall wird, ahnst du schon. Aber du lĂ€sst nichts unversucht. Denn sehr viele Faktoren spielen hier eine Rolle, die alle einkalkuliert werden mĂŒssen. Kevin steht nun an der Kreuzung – die Ampel ist rot. Jetzt sendest du ihm einen Gedanken in seinen Kopf: „Du biegst besser links ab“.

Du siehst, wie Kevin komisch den Kopf schĂŒttelt. Der Gedanke ist wohl angekommen, aber fĂŒr ihn klingt er absurd. Er fĂ€hrt doch immer die andere Strecke. Die Ampel springt auf GrĂŒn und Kevin biegt rechts ab. „Verdammt“, schimpfst du innerlich und hörst selbst ein Raunen aus dem Universum. Fluchen sollte ein Schutzengel nicht, aber man nimmt es dir nicht ĂŒbel, denn du warst ja erst kĂŒrzlich noch ein Mensch. Diese Gepflogenheiten verblassen, je lĂ€nger du im Jenseits bist.

Der Helfer aus dem Universum schĂŒtzt dich vor UnfĂ€llen

Die Unfallszene naht und du musst dir was einfallen lassen, damit Kevin sein Bein behĂ€lt, was ansonsten amputiert werden mĂŒsste. Einen Wagen mal so eben aus seiner Bahn zu schieben, ist nicht so einfach. Aber du könntest die FahrertĂŒre öffnen, damit er zuvor hinausfĂ€llt. Ein paar Schrammen und vielleicht ein Knochenbruch wĂ€ren dann das Resultat. Die Szene ist machbar, hörst du von deinem Tutor, dem Erzengel.

Es ist selbstredend, dass fĂŒr die Idee, die der Schutzengel vorschlĂ€gt, auch eine Machbarkeitsstudie durchgefĂŒhrt werden muss. Sonst geht alles in die Binsen. Jetzt wirst du noch unterstĂŒtzt von deinem Tutor – spĂ€ter musst du selbst die Machbarkeitsstudien und mögliche Szenarien kalkulieren.

Du erinnerst dich an dein Casting, indem ein Ă€hnliches virtuelles Szenario als Test diente und was du hervorragend gemeistert hast. Doch jetzt ist das echt und es fĂŒhlt sich anders an. Der Schutzengel hat jetzt die Aufgabe sich etwas einfallen zu lassen.

Im passenden Moment öffnest du die FahrertĂŒre. FĂŒr Kevin, der ohnehin nie angeschnallt ist, ist das jetzt ein Segen. Im anderen regulĂ€ren Fall wĂ€re es ein Mega-Unheil gewesen. Denn dadurch, dass er nicht angeschnallt war, rutschte er mit seinem Körper weg und sein Bein wurde dabei so ungĂŒnstig eingeklemmt, dass es spĂ€ter amputiert werden musste.

Aber jetzt siehst du, wie der Körper von Kevin durch die Luft fliegt. Der Wagen rast alleine weiter und prallt auf. Du schaust nach ihm, wie er jammernd in der Böschung liegt. Sein Bein ist in Ordnung – er hat nur eine gebrochene Rippe. Wunderbar, denkst du, das hat geklappt und atmest erleichtert auf.

Wenn der Engel ein schlechtes Schicksal verhindert

Acht Wochen spĂ€ter bemerkst du im Universum, dass jemand ĂŒber dich spricht. Du ortest die Quelle und landest bei Kevin im Wohnzimmer. Er erzĂ€hlt von diesem Unfall und berichtet, dass er eine innere Stimme wahrgenommen hat, die ihm sagte, er sollte links abbiegen. Schlau, wie er ist, leitet er ab, dass dann der Unfall nicht passiert wĂ€re.

Und er erkennt, dass es ein GlĂŒck war, dass sich die FahrertĂŒre geöffnet hat, sonst wĂ€re er vermutlich tot. Seine Frau erwidert weise: „Du hast einen Schutzengel gehabt“. Kevin nickt weise und verspricht, kĂŒnftig besser im Strassenverkehr aufzupassen. Du bist gerĂŒhrt von dieser Szene und weisst, dass du dir richtigen Job ausgesucht hast.

Ruhm, Ehre und schöne Worte fĂŒr den Schutzengel

Als Schutzengel fĂŒhlt man sich vielleicht berĂŒhrt, wenn man als Retter in der Not erkannt wird und die Dankbarkeit spĂŒrt, die durch die AtmosphĂ€re zu dir schwebt. Dennoch ist es ein knochenharter Job und nicht immer kannst du helfen. Manchmal geht es schief, auch wenn dein Plan noch so ausgefeilt war. Das musst du verkraften können, sonst ist der Job nichts fĂŒr dich.